Heike Engel - Buchcover





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Was du heulst, brauchst du nicht zu pinkeln

"Was ist, wenn ich nichts angestellt habe, aber nicht weiß, ob ich nicht doch
etwas angestellt habe?"


fragt die sechsjährige Wiebke ihre Großmutter Mimi.

Viele Fragen und Schuldgefühle begleiten Wiebke durch die Kindheit. Sie wächst in den Sechziger Jahren als mittlere von drei Schwestern in einem kleinen Ort in Niedersachsen auf.

Wiebkes Eltern, durch Kriegsjahre zum blinden Gehorsam erzogen und durch Bombennächte traumatisiert, finden keinen Weg, ihrem eigenen Schmerz Ausdruck zu verleihen. Ihre Sprach- und Hilflosigkeit lassen sie auf unterschiedliche Weise an ihren Töchtern aus:
Das Leben der Mädchen wird geprägt durch Einschüchterungen, Erniedrigungen, Schläge und sexuellen Missbrauch. Wiebke und ihre Schwestern werden fortlaufend beschimpft, gequält und drangsaliert. All das geschieht im Verborgenen; nur wenige wissen um das Leid der Kinder und die, die es wissen, geben es nicht preis.

Wiebke verfügt über ein heiteres und starkes Naturell. Sie ist aufgeweckt und wissbegierig, leidet jedoch sehr unter dem familiären Druck, insbesondere unter den emotionalen Erpressungen und ständigen Heimlichtuereien... doch eines Tages bricht sie das Schweigen.


Roman. Mit Nachworten von Iris Hölling (Wildwasser e.V.) und Dr. Esther Klees (Deutsche Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung und -vernachlässigung e.V.)

Zu bestellen bei:  Eisenhut Verlag, ca. 280 Seiten, ISBN 978-3-942090-10-0
(Auf Wunsch von Heike Engel signiert und/oder gewidmet)



Damit sich persönlich Betroffene unter den Leserinnen und Lesern nicht allein gelassen fühlen, werden auf den letzten Seiten des Buches Hilfestellungen zur Be- und Verarbeitung von traumatischen Erlebnissen zu finden sein, sowie ein Nachwort, Linklisten und Hilfeadressen:

www.wildwasser-berlin.de
Arbeitsgemeinschaft gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen e.V.

www.dgfpi.de
Deutsche Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung- und vernachlässigung e.V.

Buchidee:

Der Roman beschreibt eine gewaltbelastete Kindheit in den Nachkriegsjahren - geschildert aus der Sicht eines kleinen Mädchens, das mit all dem Staunen und Unverständnis aufwächst, welches die Erlebniswelt eines Kindes ausmacht.

Die Grundidee resultierte aus dem Wunsch, die umfangreiche Gefühlspalette eines Kindes zu beschreiben, das sich elterlicher Gewalt und sexuellem Missbrauch ausgesetzt sieht, wenig konkrete Hilfe erfährt und in seiner Not versucht, eigene Überlebensstrategien zu entwickeln.

Da sich kindliche Erklärungsmodelle zum Thema >Gewalt< extrem von denen der Erwachsenen unterscheiden, wird die Geschichte bewusst aus der Sicht des Kindes und somit aus der Ich-Perspektive erzählt.

Zielgruppe:


Nicht nur Betroffene werden sich darin wiederfinden, sondern auch jene, die in dieser Zeit aufgewachsen sind und Situationen erlebt haben, die typisch für diese Zeit waren.
Darüber hinaus gewährt das Buch sowohl Einblicke in die anerzogene Gewaltbereitschaft, als auch in das Duckmäuserverhalten der Kriegsgeneration, sowie in die individuellen Handlungsweisen, Bewältigungsstrategien, Ängste, Sorgen und Nöte ihrer Nachkommen.

Es werden sich insbesondere auch die Leserinnen und Leser angesprochen fühlen, die sich intensiv mit dem Thema Vergangenheitsbewältigung beschäftigen - sei es die Kriegsvergangenheit, persönliche Gewalt- und Missbrauchserfahrungen, als auch bei der Verarbeitung und Bewältigung lebensbedrohlicher Situationen Hilfestellung geben.

Mit dem Buch wird die Hoffnung verknüpft, dass noch mehr Betroffene den Mut finden werden, offen über ihre Erfahrungen zu sprechen.

Anmerkung:


Beim Schreiben dieses Buches lenkte ich die größte Aufmerksamkeit auf die sensible Beobachtungsgabe, auf die "feinen Antennen" des betroffenen Kindes, sowie auf die daraus resultierenden Nöte und Ängste.
Romane zu diesen Themen gibt es viele, doch alles, was ich bisher darüber zu lesen bekam, wirkte auf mich größtenteils bedrückend und destruktiv. Anstatt daraus die erhoffte Entlastung zu erfahren, wies der Grundtenor darauf hin, dass die zukünftigen Lebensperspektiven Betroffener eher aussichtslos erscheinen und sie bis zum Lebensende von Ängsten verfolgt werden würden.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass das nicht unbedingt zutreffen und auch nicht zwingend der Fall sein muss.

Um mich dem Thema auf andere Art zu nähern, suchte ich nach einem neuen Ansatz:

Aufgrund der besonderen Erzählperspektive des Kindes, das in seiner kindlichen Naivität verzweifelt nach Erklärungen und Lösungen sucht, entwickelt sich daraus (auch) eine unfreiwillige Komik.

Wenn Kinder im Alltag mit Gewalt konfrontiert werden, sind die Zusammenhänge für sie weder verständlich, noch begreiflich. Größtenteils suchen sie die Schuld bei sich selbst und interpretieren das Erlebte völlig anders, als Erwachsene.

Das Missbrauchsthema wurde bislang noch nie mit einer "humorvollen Herangehensweise" verknüpft:
Sie ermöglicht, dass die Leserinnen und Leser ein wenig "unbefangener" in die zum Teil schrecklichen Geschehnisse eintauchen können, mit dem Ziel, sie sensibilisiert und alarmiert zurückzulassen - damit das Thema einer noch breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.

Mit den Anhängen auf den letzten Seiten des Buches möchte ich erreichen, Betroffenen aufzuzeigen, dass es mit professioneller Hilfe wirkungsvoll gelingen kann, die zum Teil verdrängten Erlebnisse an die Oberfläche zu befördern und aufzuarbeiten, damit ein erfülltes und befreites Leben möglich wird.

Meine Maxime lautet: Nicht der Täter gewinnt - ich gewinne!